Beziehungsstressfaktor Internet

Übers Internet neue Menschen kennenlernen ist mittlerweile ja Gang und Gäbe. Community-Plattformen und eigens dafür konzipierte Websites erleichtern nicht nur die Kommunikation, sondern auch das Einsehen von Informationen und Gemeinsamkeiten. Musikrichtungen, Fotos und anderweitige Hobbys sind oftmals der Auslöser von Interesse und da kann es schnell mal zu einer angeregten Unterhaltung von sich unbekannten Personen kommen. Das gilt auch für diejenigen, die sich bereits in festen Händen wissen. Alles normal, wir sind alle Menschen, die soziale Kontakte knüpfen. Doch einmal angenommen, man ist in einer festen Partnerschaft – wo liegen die Grenzen des guten Geschmacks und wo und wann sollte man auf die Bremse treten?

Internet verführt?

BeziehungsstressIm Internet, das ist uns allen klar, gibt es alles, schlichtweg a-l-l-e-s. Von Diskussionsforen für Videogames, über Facebook, Twitter, LinkedIn, wer-kennt-wen und wie sie alle heißen – bis hin zu Singlebörsen, Flirtchats und Plattformen für Seitensprünge und Affären.
Das heißt konkret: wenn jemand online unterwegs ist, kann er theoretisch alles in Anspruch nehmen was ihm passt. Man sollte sich vielleicht selbst an die eigene Nase fassen und sich fragen: wo bin ich evtl. überall angemeldet, was mache ich da, was gibt mir das und was sagt wohl meine Partnerin dazu?
Denn Fakt ist folgender: der Mensch sucht sich automatisch das, was ihm fehlt. Wenn man also unzufrieden ist und das Gefühl hat, man könne diese Unzufriedenheit nicht mit der eigenen Partnerin wegzaubern, dann läuft etwas schief und man läuft automatisch Gefahr mal zu gucken, was es wohl noch so alles im Internet gibt. Das mag vielleicht sogar erst einmal unbewusst geschehen.
Letztendlich lässt sich also feststellen: das Internet bietet alles, aber es ist der Mensch, der das Angebot entweder wahrnimmt oder nicht. Um ein krasses Beispiel zu nennen, es ist also eine freie Entscheidung, ob ich mir ein Profil auf First Affair mache und anfange, mit anderen Frauen in eindeutig sexuell motivierten Kontakt zu treten, oder ob ich es lasse und gar nicht die Notwendigkeit sehe.
Wer sich beim Wunsch erwischt, sich auf eindeutigen Portalen herumzutreiben, sollte schon beim Erkennen mit der Partnerin darüber reden was fehlt und was man ändern kann. Das ist der eindeutig bessere und stressfreiere Weg. Klar wird sie traurig sein wenn sie so etwas gebeichtet bekommt, aber so kann man daran arbeiten. Auf Dauer gesehen wird sie wahrscheinlich sogar dankbar für die Ehrlichkeit und Offenheit sein.

Wo beginnt Fremdgehen im Internet?

Die Frage, wo das Fremdgehen im Internet beginnt, hängt von einem selbst und von der Partnerin ab, ist also sehr individuell und kann nicht eindeutig beantwortet werden. Darüber sollte evtl. auch einmal gesprochen werden, bevor böse Überraschungen ins Haus stehen und es zum Streit kommt. So manch eine Frau mag es schon gar nicht, wenn man überhaupt mit anderen weiblichen Personen Emails oder Nachrichten austauscht – ob nun Bekannte oder Unbekannte. Dann wiederum gibt es diejenigen, die es nicht tolerieren, wenn Pornos im Internet angeschaut werden, wie es z.B. hier der Fall ist. Bei anderen mag es vielleicht andere “Grenzen” geben, die sie setzen.
Vor allen Dingen steht natürlich wie immer das gegenseitige Vertrauen. Immerhin ist der eigene PC oder Account so wie das eigene Telefon Privatsache. Wer zu viel Zeit beim Chat mit anderen verbringt, der schürt natürlich Misstrauen. Also – sich nicht in den unendlichen Kommunikationsmöglichkeiten des Netzes zu verirren und auch mal den Computer ausschalten zu können, das sollte Voraussetzung für eine glatte Beziehung sein. Was man in der Zeit, die man dort verbringt, so alles anstellt, das sollte man immer im Blick haben und mit dem eigenen Gewissen stets vereinbaren können. Grundsätzlich kann man wohl sagen: was du nicht willst das man dir tu’, das füg auch keinem andern zu.

Bild: © Rico Kühnel / PIXELIO

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