Die Kunst der Verführung

Vielen Männern ist der Begriff Pick Up Artist erst seit der Serie „How I Met Your Mother“ durch den Ladies‘ Man Barney Stinson ein Begriff, dabei gibt es Pick Up Artists in verschiedenen Anwandlungen schon länger. Besonders in den USA hat sich die Pick Up Artistry zu einer beliebten Subkultur entwickelt, doch auch in Deutschland werden die Aufreißkünstler immer beliebter.

Casanovas Schule zum Flirten?

Bei den Pick Up Artists geht es um verschiedene Techniken, Frauen kennenzulernen, anzusprechen und schließlich zu verführen. Dabei reichen die Methoden der Pick Up Artists von Spielchen zum Ansprechen von Frauen in Clubs bis hin zu gezielten Methoden, um Frauen doch noch ins Bett zu kriegen – gerade hierfür stehen die Pick Up Artists oft in der Kritik. Viele Techniken aus der Pick Up Artist-Bibel „The Game“ von Neil Strauss werden von Frauen beinahe schon als Nötigung empfunden und viele üble Vertreter der Artists haben der Kunst des Flirtens einen schlechten Ruf eingebracht.
Dabei geht es prinzipiell um Dinge wie richtiges Verhalten, eine lockere, offene Art gegenüber Frauen und die Quantifizierung des Romantischen. Das hilft insbesondere Männern aus technischen Berufen, die Probleme mit dem Flirten haben. Gezielte Taktiken, schrittweises Durchführen von Programmen und Akronyme – all dies klingt deutlich einfacher als das planlose und spontane Ansprechen von Frauen.

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Nicht nur für potentielle Machos und Aufreißer

In Seminaren und den in der Szene beliebten Foren, in denen Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden, geht es nicht nur darum, den Erfolg beim anderen Geschlecht zu optimieren, sondern auch um die ersten Schritte.
Oft benutzen Männer mit Sozialphobie die Pick Up Artistry, um ihre chronische Schüchternheit zu überwinden und die entscheidenden Schritte beim anderen Geschlecht zu wagen. Durch die Techniken wird ihnen geholfen, vom Gespräch zum Kuss zu kommen und das stete Training und der Austausch nehmen ihnen die Angst vor dem Kontakt. Auch das Wissen, dass es Gleichgesinnte gibt hilft – und tatsächlich ist Ehrlichkeit (zumindest bei den guten Pick Up Artists) immer ein entscheidender Punkt. Männer, die bereit sind, zuzugeben, dass sie nur Frauen für eine Nacht suchen, haben bessere Chancen als Heuchler.
Um Lügengeschichten à la Barney Stinson geht es also nicht.
Rein technisch sind die Ideen der Pick Up Artists allerdings wenig originell. Zwar gibt es Verfeinerungen in Bezug auf die digitale Technologie, doch die Grundlagen sind immer noch die gleichen wie Ovid sie in der „Liebeskunst“ schon vor zweitausend Jahren festhielt.
Männer sollten selbstbewusst sein, nachlässig schön und überzeugt sein, dass alle Frauen erobert werden können.
Wirkliche Künstler sind die Pick Up Artists nämlich nicht, dafür ist die Szene auch für jeden einen Blick wert, der sich nur für die romantischen Anbandlungen in der Gesellschaft interessiert. Auch viele Theoretiker tummeln sich unter den Pick Up Artists, die Frauen lieber auf Skalen bewerten, statt sie anzusprechen – in jedem Fall eine interessante Subkultur, deren Überschwappen nach Deutschland auch hierzulande das Nachtleben bereichert.

 

Bild: Charisma FreeDigitalPhotos.net

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