Mamma Mia – Ich bin doch kein Muttersöhnchen…

“Ich bin ein richtiger Mann!” – sagte er, ehe er mit seinem Teller Spaghetti in der Hand auf die Couch verschwindet. Klar, er ist der Mann im Haus. Immerhin weiß er nicht einmal, wie man die Waschmaschine bedient. Und das zeugt von innerlicher Konsequenz! Demonstrativ schnappt er “seine” Fernbedienung und legt sie neben sich. Und überlegt, ob der nicht lieber gleich seine Mutter anrufen soll. Will doch die angetraute Gattin ein ordentliches Verhältnis bei der Mithilfe im Haushalt erreichen.

Ohne Mamas Zuspruch wird keine Entscheidung getroffen. Weder die Wahl der Angetrauten, noch die Wahl der Hausbank, der Wohnung, der Möbelstücke. Natürlich darf sich die Gattin dem Prozess der Auswahl anschließen – aber bitte mit dem notwendigen Respekt! Auch vor der Tante aus Südtirol, der aus Milano und den beiden in Sizilien. Familiensitzungen, wie es mit dem 40-jährigen Burschen weitergeht, muss sie nicht unbedingt beiwohnen. Für alle Fälle hat er noch immer sein Kinderzimmer. Er hat es ja erst vor 7 Jahren verlassen.

Man ist nie nur zu zweit. Zumindest im Hinterkopf muss man die jeweilige Option der Schwiegermutter bedenken. Ansonsten erntet man Dramen, Tränen und Familiensitzungen. Dort bleibt kein Auge trocken. Es ist ein ordentliches Ausmaß an Geschick, Einfühlungsvermögen aber auch ein hoher Toleranzwert nötig, um zu bestehen.

Es sind einseitig abverlangte Proben, die langfristig gesehen eine ansonsten gut funktionierende Ehe in Gefahr bringen können. Entscheidend für das Zustandekommen der Verbindung ist jedenfalls eine Art “grundsätzliche Akzeptanz” durch die Mutter. Andernfalls stehen die Chancen generell schon schlecht.

Praktisch ist es sehr schwierig, wenn sich der Partner nicht wirksam distanzieren kann von Mamas Vorstellungen. Wenn er von Unruhe befallen wird, sobald sie ihm zu verstehen gibt, er habe in ihren Augen Mist gebaut. Partnerschaft zu dritt. Noch um einiges schwieriger wird es, wenn Mama an sein Durchsetzungsvermögen als Mann appeliert. Dann ist er geradezu aufgefodert, Macht zu demonstrieren, die Kompromissbereitschaft einzugrenzen, rechthaberisch zu argumentieren und nicht zuletzt die Gleichwertigkeit in der Partnerschaft in Frage zu stellen. Solche Konstellationen sind der Nährboden für tiefrgreifende Konflikte.

Jede noch so unwesentliche Kleinigkeit kann zum großen Problem aufgeschaukelt werden. Auch wenn bis zu einem bestimmten Grad Leidenschaft der Motor in der Beziehung ist – Dritte haben in dessen Antrieb nichts verloren.

Foto: @Sabine Voigt – Fotolia.com

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