Trekking Tour mit den Kollegen

Es gibt Dinge, die ihr nicht mit euren Frauen unternehmen könnt. Eines davon ist auf eine Trekkingtour zu gehen. Sicher, man hört immer wieder von Paaren, die mit Rad oder Wanderschuhen aufbrechen. Doch was die tun ist kein richtiges Trekking – oder – es sind keine richtigen Frauen.

Ich jedenfalls unternehme einmal im Jahr eine Trekkintour, gemeinsam mit Kollegen, während meine Süße “wellnesst” oder so.

Der Spaß beginnt schon im Vorfeld

So eine Tour will gut geplant sein. Also beginnt unsere Trekkingtour in unserer Stammkneipe. Hier wird besprochen, wo es hingehen sollte. Ja – so eine Trekkingtour rund um den Annapurna, das wäre was.

Ab dem zweiten Treffen konzentriert sich die Planung eher auf Mittel- und Westeuropa. Peter hat mit Monika gesprochen und auch Anette hat Markus die Kosten für den Flug aufgerechnet. Naja und die Kinder brauchen neue Schuhe – man kennt das ja, wir einigen uns auf Deutschland.

Eine Woche unter Männern

Dann kommt der große Tag. Markus ist dabei, Karl, Udo und ich. Peter hat in letzter Sekunde absagen müssen – Monika und die Kinder – auch Stephan ist nicht erschienen, sein Rad sei nicht in Ordnung.

Wir vier machen uns auf den Sattel. Der Naheradweg beginnt und mit ihm das große Abenteuer. Zunächst ist es jedoch langweilig. Immer am Fluss entlang, ohne Steigung – Trekking für Weicheier. “Hätten wir ja gleich Frauen mitnehmen können”, sag ich – die anderen lachen.

Dann wird es spannend, es geht die Weinberge hoch. Für den ersten Tag haben wir uns eine kurze Etappe ausgesucht, 50 km – ein Klacks für Männer wie uns. Fröhlich heben wir uns aus den Sätteln und greifen an. Vielleicht sollten wir ja im nächsten Jahr den Mount Ventoux erklimmen, die anderen nicken begeistert.

Die Sonne brennt, wir fahren auf der Südseite. “Stellt euch Stefan an diesem Hügel vor”, ruf ich. Karl lacht, Udo ist zu weit hinter uns, von Markus höre ich kein Wort. Er tritt in die Pedale, atmet, tritt in die Pedale. Meine Oberschenkel brennen. Mein Trekkingrad hat 24 Gänge – ich lass mich auf den Sattel sinken schalte herunter – die Schaltung schreit auf, der Gang ist drin – welche Wohltat. Karl wird langsamer – ich dreh mich um, von Udo keine Spur nur Markus fährt stoisch weiter. Treten, atmen, treten – immer im gleichen Rhythmus.

Karl und ich sind auf gleicher Höhe, auch Udo sehe ich wieder – von Markus keine Spur. Doch dann winkt die Erlösung. Oben auf dem Hügel streckt Markus seine langen Beine aus. Die Kellnerin kommt mit vier Weizen. Mein Hintern hebt sich wie von selbst, den anderen geht es ebenso. Wir stürmen die letzen Meter, die Sonne scheint – die Welt ist schön.

Bildquelle: © Imre Forgo – Fotolia.com

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